Archiv nach Kategorie "Buchrezensionen"

Interview mit einem Numenorer

Veröffentlicht in Buchrezensionen am Oktober 18, 2008 von nuemsche

Damit mein Blog nicht ganz in der Versenkung verschwindet, spamme ich mal wieder ein wenig rum und kopiere dafür diese lustigen Fragen von Naz’ Blog. So.

Gebunden oder Taschenbuch?

Also wenn ich mir das aussuchen dürfte, würde ich natürlich ganz klar die gebundene Ausgabe nehmen. Am liebsten noch mit Lesebändchen und im Schuber, falls es mehrere Bände sein sollten. Das macht schließlich viel mehr her. Und die Bücher halten länger, bzw. sehen länger wie neu aus. Ansonsten bin ich ja ein ganz armes Nümsche und kann mir nur (oder vorwiegend) Taschenbücher leisten, was allerdings auch keine allzu große Tragödie ist, weil viele Taschenbücher nebeneinander auch einen gewissen Reiz haben. Finde ich. Und man sieht wenigstens, dass die schon einmal durchgelesen wurden. Ich bemüh mich bereits jedes Mal, die Bücher so zu lesen, dass hinten kein Knick reinkommt. Aber wenn die nicht gerade allzu weich gebunden wurden, so wie The Gospel According To Biff, sondern mehr wie meine Pratchetts, ist mir das noch nicht gelungen. Irgendwann wurde es bisher dann doch zu spannend, um auf sowas noch zu achten.

Amazon oder Buchhandel?

Ach ja, die Wahl der Qual. Buchhandlung hat natürlich viel mehr Stil. Dummerweise gibt es in Preußisch Oldendorf keine; die nächste wäre in Lübbecke und die ist nicht ganz so groß. Sie ist auch nicht gerade klein im Vergleich zu anderen, aber mit Mayersche, Hugendubel und Thalia kann sie trotzdem nicht mithalten. Tja, sowas gibt es bei uns hier auf’m Land halt nicht. Dabei kann man in solchen Buchhandungen viel besser schmökern. Am besten über mehrere Etagen hinweg, mit lauter mehr oder weniger unbekannten Büchern… Photobucket

Chrm. In den Kleinen ist die Auswahl halt beschränkter. Sowas motiviert mich dann auch nicht zum Kaufen, wenn ich mich nicht zwischen vier oder fünf Büchern entscheiden muss. Deshalb bestelle ich auch mehr bei Amazon, weil ich dort wenigstens (fast) alles bekomme. Vor allem englische Bücher. Bei einem kleinen Sortiment sind natürlich dann auch nur deutsche Bücher dabei. Und das ist ja langweilig.

Lesezeichen oder Eselsohr?

Lesezeichen. Was sonst. Ich mach doch in meine schönen Bücher keine Eselsohren, wo denken die hin? Die einzigen Bücher, die ich mutwillig zerknickt habe, waren einige Schullektüren. The War Between The Classes beispielsweise. Das Buch hat es nicht verdient, geschont zu werden, dafür war es zu grottig.  Was natürlich nicht heißt, dass ich jedes Buch, das wir in der Schule lesen, zerknicke und schändlich behandel. Romeo und Julia auf dem Dorfe von Gottfried Keller hat mir beispielsweise richtig gut gefallen. Das haben wir damals in der 7. Klasse gelesen und es gefällt mir nach wie vor, das will was heißen. Normalerweise merk ich nämlich immer, wenn ich mir irgendwas von  früher, was ich mochte, angucke, wie kindisch das doch ist.

Außerdem hab ich ja genügend großartige Lesezeichen. Für englische Bücher benutze ich meistens meine Mayersche-Lesezeichen, für Schullektüren das mit „Geist ist geil“ und so weiter…

Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet?

Teils, teils. Hauptsächlich hab ich nach Genre geordnet, wobei das natürlich bei einigen Büchern verschwimmt. Tolkien steht sowieso in einem eigenen Regal, zusammen mit allem anderen, was mit Mittelerde zu tun hat. Eine Reihe darunter stehen einige andere Fantasy-Bücher (Harry Potter, Markus Heitz…) Das waren so meine ersten Fantasybücher. Meine englischen Bücher, darunter auch Fantasy, stehen auch alle zusammen, abgesehen von einigen Ausnahmen. Eine andere große Abteilung sind die Magazine (P.M. Magazin, P.M. History, GEO). Der Rest verteilt sich dazwischen irgendwo. Geordnet sind die vorrangig nach Thema und Autor. Stephen King würde ich nicht neben Walter Moers stellen, wenn ich nicht noch genügend andere Bücher habe, die dazwischen passen. Als Schittkanten zwischen den Gruppen stelle ich meistens Bücher, die inhaltlich zusammenpassen. Zwischen Jurassic Park (Crichton) und den Klassikern steht beispielsweise Die vergessene Welt (Doyle). Pratchett wollte ich mal nach Ausgaben ordnen, dann nach Hauptfiguren, jetzt hab ich die chronologische Reihenfolge genommen. Ist eindeutiger und was die Ausgaben angeht, tut sich da auch nicht viel. Alphabetisch hab ich eigentlich nirgendswo gearbeitet, seh ich gerade, was etwas seltsam ist, weil ich normalerweise nicht gefühlsmäßig ordne… Spricht für meine Bücher.

Behalten, Wegwerfen oder Verkaufen?

Behalten. Und wenn man es wirklich gar nicht mehr im Regal stehen haben möchte, weil es furchtbar verknickt/dumm/kindisch ist, dann dezent irgendwo eine neue Ecke aufmachen, wo keiner hinguckt. Bei mir ist das ganz oben auf einem Regal. Da stehen jetzt Bibel, Gesangsbuch, einige Comics und Kinderbücher. Die wollte ich nicht mehr im Regal haben, weil sie nicht mit dem Rest harmonisierten. Und meine Was-Ist-Was-Bücher sind da oben. Die brauchten zu viel Platz unten. Ansonsten verschenke ich die Bücher auch häufig an Leute, die ich kenne.

Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?

Was ist das denn für eine Frage, warum sollte ich den wegwerfen?

Ich mach ihn beim Lesen immer ab, damit er nicht verknickt, aber das ist ja auch was ganz anderes. Obwohl es sicher nicht im Sinne des Erfinders war, dass man lieber das Buch strapaziert und den Schutzumschlag schützt. Aber später im Regal macht sich doch ein frischer Umschlag viel besser.

Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?

Oh. Siehe oben.

Kurzgeschichte oder Roman?

Roman. Es gibt viele großartige Kurzgeschichten, aber das Doofe an einer Kurzgeschichte ist, dass sie recht kurz ist. Man hat sich gerade mit den Figuren angefreundet, da ist sie auch schon zu Ende. Vor allem bin ich am Anfang eines Buches in der Regel etwas unmotiviert, ich brauch erst ein paar Seiten hinter mir, bevor ich richtig in Schwung komme. Dann allerdings darf das Buch gerne etwas dicker sein.

Harry Potter oder Lemony Snicket?

Keins von beiden?

Harry Potter habe ich gelesen, allerdings nur die ersten 5 Bücher und auch nur auf deutsch. Außerdem ist es etwas länger her… Damals hat es mir gefallen, ja, aber… Hm. Heute bin ich da nicht mehr ganz so begeistert. Andererseits kenn ich Lemony Snicket nur vom Namen her. Der Name klingt schon sehr zitrusartig, das gibt schon mal einen Pluspunkt. Ich würde sagen unentschieden.

Aufhören, wenn man müde ist oder wenn das Kapitel zuende ist?

Das kommt ganz auf das Kapitel an. Solange es spannend ist und ich nicht wiederholt beim Lesen einschlafe, lese ich es lieber zu Ende. Und zwinge mich dann notgedrungen dazu, das Buch wegzulegen. Wenn das letzte Scharmützel o.ä. schon etwas länger her ist und gerade eine kleine Verschnaufpause herrscht, kann ich auch gut mittendrin aufhören, wenn das nächste Kapitel zu weit entfernt ist. Falls es nur vier, fünf Seiten sind, bring ich das selbstverständlich auch noch schnell hinter mich. Ansonsten müsste ich schon wirklich sehr kaputt sein.

“Die Nacht war dunkel und stürmisch” oder “Es war einmal”?

Uns ist in alten maeren wunders vil geseit

Ersteres klingt spannender. Wenn ich eine Geschichte schreiben sollte, würde sie wahrscheinlich so ähnlich anfangen. Ich hab zwar auch nichts gegen Märchen, aber dieser Anfang… Och, nö. Der ist so unkreativ. Und so Sagen wie die Nibelungen und andere kommen auch ohne „Es war einmal…“ aus.

Kaufen oder leihen?

Erst leihen, um da zu gucken, ob es mir gefällt, und dann kaufen. Oder gleich von Anfang an selber besitzen. Ich bin nun mal, was Bücher angeht, etwas habgierig. Wenn ich ein Buch gelesen habe, das mir auch nur ansatzweise gefällt, dann will ich das selber haben. Ganz gleich ob ich das noch irgendwann in absehbarer Zukunft noch mal lesen werde, was ich übrigens so gut wie nie mache. Abgesehen vom Herrn der Ringe, dem Hobbit und Ritus von Markus Heitz kann ich mich an kein Buch erinnern, dass ich mehr als einmal gelesen habe. Ich überleg gerade, ob ich einige der Harry-Potter-Bände zweimal gelesen habe…

Naja, auf jeden Fall will ich alles im Regal stehen habe. Früher war das nicht so, da bin ich mit meinem Vater immer in die Bücherei gegangen und hab da die regale geplündert. Da hatte ich auch kein Problem damit, sie wieder zurückzugeben; mein Wunschzettel blieb davon verschont. Heute wäre das vermutlich mein Untergang. Oder das meines Portemonnaies, wie man’s nimmt.

Neu oder gebraucht?

Am liebsten neu. Deshalb überwinde ich in der Hinsicht auch lieber meinen Geiz und ersteiger anders als bei CDs, DVDs etc. auch ganz selten Bücher bei Ebay, außer wenn sie als ganz neu angepriesen werden. Ich schließ mich da mal Naz an: Ich will die Bücher schon selber entjungfern.

Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?

Nach Bestsellerlisten richte ich mich überhaupt nicht, da kann ja jeder ankommen. Rezensionen schreibe ich eher hier auf meinem Blog selber. Ich schreib mir zwar jedes Mal, wenn ich von Klett-Cotta einen Newsletter oder die TolkienTimes erhalte, ein paar Bücher auf, allerdings hab ich mir davon bisher noch nie etwas gekauft. Direkt empfehlen lasse ich mir dafür viel. Tolkien wurde mir von meinem Vater und meinem Bruder empfohlen, auf Pratchett bin ich über das Forum und Naz gekommen, ebenso  wie die Black Magician’s Trilogy. Biff kam von meiner Schwägerin und Cerb… Kurzum, für sowas bin ich sehr offen.

Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?

Geschlossen bitte. Auch wenn ich selber immer gerne offene Enden benutzt habe, wenn ich mal selber etwas geschrieben habe, macht mich das bei anderen doch immer wieder verrückt. Vermutlich weil ich mich da auch nicht als Autor fühle und somit die Legitimation habe, die Geschichte unaufgeschrieben weiterzudenken.

Morgens, mittags oder nachts lesen?

Morgens bin ich entweder im Bett und schlafe oder in der Schule. Wenn ich da nicht gerade eine Freistunde habe, in der in letzter Zeit aber auch nicht mehr so oft lesen, fällt die Zeit schon mal weg. Nachmittags lese ich eigentlich jeden Tag, meistens so um die zwei Stunden. Nachts habe ich es mir so angewöhnt, dass ich da an den PC gehe. Irgendwie werde ich leicht nervös, wenn es draußen dunkel ist und ich immer noch lese. dann kriege ich schnell das Gefühl, jetzt etwas anderes, in Ermangelung eines besseren Wortes „sinnvolleres“ zu tun.

Einzelband oder Serie?

Gerne eine Serie. Pratchett soll beispielsweise endlich mal einen weiteren Roman mit Vimes schreiben. Ansonsten – Bei manchen Büchern wünsch ich mir direkt, nachdem ich es ausgelesen habe, dass es weitergeht. Bei der Black Magician’s Trilogy war das der Fall, obwohl gerade der erste Band kein Meisterwerk der Literaturgeschichte ist. Trotzdem hat es mir gefallen und ich wollte unbedingt mehr lesen. Man hätte eben noch viel mehr erzählen können, hatte ich so das Gefühl. Bei anderen Büchern, wie etwa den Mächten des Feuers von Heitz, brauche ich im Grunde keinen Nachfolger, obwohl mir das Buch wirklich gut gefallen hat. Richtig gut. Aber es ist eben schon alles erzählt, finde ich.

Lieblingsserie?

Da ich nicht sooo viele Serien gelesen habe, hab ich da jetzt auch keine große Auswahlmöglichkeit. Die Wachenromane von Pterry.

Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand was gehört hat?

Ich hab gerade ein kleines Problem mit dem Begriff Lieblingsbuch. Aber Der Bastard von Berg von Edgar Noske war wirklich gut. Meine Rezension steht hier.

Lieblingsbuch, das du letztes Jahr gelesen hast?

Was hab ich denn letztes Jahr gelesen? Die Kinder des Judas von Heitz, aber die würde ich nicht unbedingt empfehlen. Der Gefangene von John Grisham, wenn ich mich richtig erinnere. Der war auch nicht schlecht. Das Buch hatte ich zum Geburtstag geschenkt bekommen und fühlte mich daher quasi verpflichtet, es zu lesen. Ansonsten hätte ich es wahrscheinlich nie gelesen. Es geht um die wahre Geschichte eines Mannes in den USA, der unrechtmäßig des Mordes angeklagt wurde und auf den nun die Todesstrafe wartet. Ein Thriller eben, nacherzählt wird das ganze Leben dieses Mannes. Eigentlich nicht so mein Fall, aber hier hat es mir wirklich gefallen.

Welches Buch liest du gegenwärtig?

Deutsche Heldensagen von Waldtraut Lewin nacherzählt. Darin enthalten sind die Geschichten um Wieland den Schmied, Walther und Hildegunde, Dietrich von Bern, die Nibelungen und die Gudrunsage. Hat Cerb mir zum Geburtstag geschenkt.

Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?

The Lord of the Rings von Tolkien. Da stimmt einfach alles, gerade im Englischen. Dieser Rhythmus der Sprache im Original, der auch teilweise bei Carroux zu finden ist. Die Geschichte an sich… Hach. Toll. Eines der wenigen Bücher, bei denen ich während des Lesens regelrecht einen Kloß im Hals hatte, weil mich der Inhalt so mitgenommen hat. Das passiert nicht bei vielen Büchern. Night Watch hat das ebenfalls geschafft vor kurzem. das Buch hat daher auch eine große Chance, von mir noch mal gelesen zu werden.

Lieblingsautoren?

J.R.R. Tolkien. Terry Pratchett hab ich mittlerweile auch auch ins Herz geschlossen. Und den dritten Platz… vergeben wir mal an Markus Heitz. Immerhin habe ich ihn schon mal in unserer Buchhandlung, von der ich oben erzählt habe, getroffen. Und er ist sehr sympathisch.

T. Pratchett – Night Watch

Veröffentlicht in Buchrezensionen am Juli 13, 2008 von nuemsche

Hier kommt jetzt also notgedrungen die Rezension von Night Watch. Wie bereits angedroht, sie wird wahrscheinlich weniger aus Text, sondern mehr aus Zitaten und Smilies bestehen.

Hach. Schon das Cover finde ich ziemlich chic. Diesmal hab ich nicht die seltsame billige Ausgabe genommen, sondern die teure. Ich dachte mir, bei einem Roman, von dem ich zuvor nur Gutes gehört hatte und der bei Amazon volle 5 Sterne bekommen hat, kann ich mir das ruhig leisten. So passt er gut zu meiner Ausgabe von Going Postal, die ähnlich aussieht. Schöner wäre natürlich – mal wieder – die Black Edition gewesen, aber die gibt es ja hier noch nicht. Und ich wag gar nicht erst zu fragen, ob es die in England schon zu kaufen gab.

Doch, das Cover gefällt mir. Mit Vimes junior und senior im Vordergrund, Lu-Tze mit dem Flieder und all den anderen… Soll das ganz links eigentlich Carcer sein? Fiel mir erst ganz am Ende auf, weil ich mir Carcer immer etwas dünner vorgestellt habe. Gerissen und stämmig wollte mir nicht in den Kopf. Und was soll eigentlich der Drache da…?

This morning, Commander Vimes of the City Watch had it all. He was a Duke. He was rich. He was respected. He had a silver cigar case. He was about to become a father.
This morning he thought longingly about the good old days.
Tonight, he’s in them.
Flung back in time by a mysterious accident, Sam Vimes has to start all over again. He must get a new name and a job, and there’s only one job he’s good at: cop in the Watch. He must track down a brutal murderer. He must find his younger self and teach him everything he knows. He must whip the cowardly, despised Night Watch into a crack fighting force – fast. Because Sam Vimes knows what’s going to happen. He remembers it. He was there. It’s part of history. And you can’t change history…
But Sam is going to. He has no choice. Otherwise, a bloody revolution will start, and good men will die. Sam saw their names on old headstones just this morning – but tonight they’re young men who think they have a future. And rather than let them die, Sam will do anything – turn traitor, burn buildings, take over a revolt, anything – to snatch them from the jaws of history. He will do it even if victory will mean giving up the only future he knows.
For if he succeeds, he’s got no wife, no child, no riches, no fame – all that will simply vanish. But if he doesn’t try, he wouldn’t be Sam Vimes.
And so the battle is on. He knows how it’s going to end; after all, he was there. His name is on one of those headstones. But that’s just a minor detail…

Tja. Wo soll ich anfangen? Night Watch war zweifelsfrei anders als die bisherigen Wachenromane. Trotzdem hat es mir super gefallen. Wie ich schon im Forum meinte, das Buch hat allerbeste Aussichten, zu meinem Lieblingswachenroman zu werden. Vielleicht sogar… Nee, erstmal kommen die restlichen Tod-Bücher, bevor ich mich auf eine endgültige Reihenfolge unter den Discworld-Büchern festlege.

Ich weiß gar nicht, was mir am besten gefiel. Die Geschichte war stellenweise, wie man es von Pterry gewohnt ist, wirklich witzig, aber auch an anderen Stellen ziemlich tiefgründig und tragisch. Und was natürlich auch ein großer Pluspunkt ist, sind die vielen, vielen Stellen mit Vimes. An solche Bücher könnte ich mich richtig gewöhnen, wo er ständig im Mittelpunkt steht. Im Gegensatz zu ihm fand ich es durchaus angebracht, dass er neben Vetinari nun zu denen gehört, von denen sich die Assassinengilde fernhält. („…in the old cesspit behind the gardener’s shed, a young man was treading water. Well… treading, anyway.“)

„That, sir, is assault upon a Watch officer,“ said Vimes.
„I’m a Watch officer too, you damn flatfoot! From Cable Street!“
„Where’s your uniform?“
„We don’t wear uniforms!“
„Where’s your badge!“
„And we don’t carry badges!“
„Hard to see why I shouldn’t think you is a common thief then, sir.“

Thii!

One thing Vimes was learning fast was the natural vindictiveness of old ladies, who had no sense of fair play when it came to fighting soldiers; give a granny a spear and a hole to jab it through, and young men on the other side were in big trouble.

Dr. Lawn: „Sergeant, there are no circumstances where the things you’re holding could possibly be used on you. They are… of a feminine nature.“
Vimes: „For the seamstresses?“
Dr. Lawn: „Those things? No, the ladies of the night take pride these days in never requiring that sort of thing. My work with them is more of, shall we say, a preventative nature.“
Vimes: „Teaching them to use thimbles, that sort of thing?“
Dr. Lawn: „Yes, it’s amazing how far you can push a metaphor, isn’t it…“

Das meinte ich mit den typisch witzigen Stellen. Ich mag solche Wortspiele.

Schön fand ich es auch, wenn Vimes John Keel auf alte Bekannte traf und dabei ohne es wahrscheinlich zu ahnen, all die kleinen Gefälligkeiten vollbrachte, von denen sie ganz am Anfang noch an seinem Grab berichten. CMOT Dibbler beispielsweise, der durch Keel erst auf sein Markenzeichen kommt, nachdem er der erste Kunde war, der alles aufgegessen hat. Oder Nobby und sein Löffel. Hope is a new spoon.

A boy stared up at him. It had to be a boy. Nature would not have been so cruel as to do that to a girl. [...] „Look, tell you what, mister, you tell me where you’re going and I’ll stop following you, have we got a deal? Cost you no more’n a penny and that’s a special price. Some people pay me a lot more’n that to stop following’ em.“

Und natürlich die Stellen mit Vetinari…

‘Dark green,’ said the woman. ‘How strange. I understand, Havelock, that you scored zero in your examination for stealthy movement.’
‘May I ask how you found that out, Madam?’
‘Oh, one hears things,’ Madam said lightly. ‘One just has to hold money up to one’s ear.’
‘Well, it was true,’ said the Assassin.
‘And why was this?’
‘The examiner thought I’d used trickery. Madam.’
‘And did you?’
‘Of course. I thought that was the idea.’
‘And you never attended his lessons, he said.’
‘Oh, I did. Religiously.’
‘He says he never saw you at any of them.’
Havelock smiled.
[...] ‘On a different subject,’ she said, ‘what was that business with the book? I did not like to take too much notice.’
‘Oh, it was an extremely rare volume I was able to track down. On the nature of concealment.’
‘That stupid hulk of a boy burned it!’
‘Yes. That was a piece of luck. I was afraid he might try to read it, although,’ Havelock smiled wanly, ’someone would have had to help him with the longer words.’
‘Was it valuable?’
‘Priceless. Especially now it has been destroyed.’
‘Ah. It contained information of value. Possibly involving the colour dark green. Will you tell me?’
‘I could tell you,’ Havelock smiled again. ‘But then I would have to find someone to pay me to kill you.’

Thii! Photobucket

Eigentlich könnte ich hier sämtliche Stellen mit ihm zitieren.

Vetinari auf Achse gefällt mir nämlich, ehrlich gesagt, noch besser als sonst. Und jetzt weiß ich wenigstens auch, woher er seine diversen Informationen herbekommt. Wer weiß, wo er sonst noch überall herumsteht, außer am Temple of Small Gods…

Reg Shoe: „You’d like Freedom, Truth and Justice, wouldn’t you, comrade sergeant?“
Vimes: „I’d like a hard-boiled egg.“
Reg Shoe: „In the circumstances, sergeant, I think we should set our sights a little higher–“
Vimes: „Well, yes, we could. But… well, Reg, tomorrow the sun will come up again, and I’m pretty sure that whatever happens we won’t have found Freedom, and there won’t be a whole lot of Justice, and I’m damn sure we won’t have found Truth. But it’s just possible that I might get a hard-boiled egg.“

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„Hero worship, he thought. That sort of thing can turn you blind.“ *hust*

Reg war auch toll. Und seine Sterbeszene war eine der heroischsten, die ich kenne. Photobucket

He held the flag like a banner of defiance. „You can take our lives but you’ll never take our freedom!“ he screamed. Carcer’s men looked at one another, puzzled by what sounded like the most badly thought-out war cry in the history of the universe.

„He’s still breathing, sarge!“ said Wiglet.
„Right, right,“ said Vimes. It was amazing how willing people were to see life in the corpse of a friend.

He did the job he didn’t have to do. Photobucket

Das letzte Drittel des Buches hat mir überhaupt noch am besten gefallen. Hach. Am liebsten würde ich einfach die Hälfte davon abtippen. Stattdessen beschränke ich mich lieber darauf, auf diese tolle Seite hinzuweisen; für die, die sie noch nicht kennen. Diese hier ist auch ganz interessant.

Unter deviantART gibt es noch mehr von denen… Were you there? ist noch schön. Genauso wie All The Little Angels, The End of Cake (Chrchrchr…), Horace Nancyball und Havelock.

Natürlich bekommt Night Watch die volle Punktzahl. 10 von 10 Sammies. Mit einer Fliederblüte, versteht sich.

Meine Lieblingsszene befand sich übrigens ganz am Ende… Photobucket

Vetinari: „‘You know, it has often crossed my mind that those men deserve a proper memorial of some sort.“
Vimes: „Oh yes? In one of the main squares, perhaps?“
Vetinari: „Yes, that would be a good idea.“
Vimes: „Perhaps a tableau in bronze? All seven of them raising the flag, perhaps?“
Vetinari: „Bronze, yes.“
Vimes: „Really? And some sort of inspiring slogan?“
Vetinari: „Yes, indeed. Something like, perhaps, ‘They Did The Job They Had To Do’?“
Vimes: „No! How dare you? How dare you! At this time! In this place! They did the job they didn’t have to do, and they died doing it, and you can’t give them anything. Do you understand? They fought for those who’d been abandoned, they fought for one another, and they were betrayed. Men like them always are. What good would a statue be? It’d just inspire new fools to believe they’re going to be heroes. They wouldn’t want that. Just let them be. For ever.

W. Moers – Der Schrecksenmeister

Veröffentlicht in Buchrezensionen am Juni 29, 2008 von nuemsche

Num geht bloggen. Das EM-Finale fängt erst in einer dreiviertel Stunde an. Wer findet den Fehler?

[EDIT: Achtung, freilaufende Spoiler. Mir fällt gerade so beim Nachlesen auf, dass ich dieses Mal besonders viel von der Geschichte verraten habe. Und zum Nachbessern bin ich zu faul...]

Jeder Buchling kennt Hildegunst von Mythenmetz’ fabelhaften Roman über Echo, das Krätzchen – eine zamonische Kratze unterscheidet sich übrigens von unserer Katze lediglich dadurch, dass sie sprechen kann: In Sledwaya, der traurigsten Stadt Zamoniens, ist Echo dermaßen in Schwierigkeiten geraten, dass er gezwungen ist, mit dem Schrecksenmeister Succubius Eißpin einen verhängnisvollen Vertrag zu schließen. Dieser gibt dem Schrecksenmeister Sledwayas das Recht, die Kratze beim nächsten Vollmond zu töten und ihr das Fett auszukochen. Als Gegenleistung muss Eißpin Echo dreißig Tage lang auf höchstem kulinarischen Niveau durchfüttern. Doch der Schrecksenmeister hat nicht mit dem Überlebenswillen und dem Erfindungsreichtum des Krätzchens gerechnet – vor allem nicht mit seinen neuen Freunden, der letzten Schreckse von Sledwaya, dem Einäugigen Schuhu und einem Gekochten Gespenst.

Das war jetzt also mein dritter Roman aus Zamonien. Um es gleich vorwegzunehmen: Ich fand ihn nicht ganz so gut wie die Stadt der Träumenden Bücher oder Rumo. Aus einem ganz einfachen Grund: Der Schrecksenmeister ist zu kurz. 

Dementsprechend ist auch die ganze Geschichte ziemlich flott erzählt. Moers wirkt immer etwas kurz angebunden, finde ich. Mal eben kurz in den Unkenwald, sich bloß nicht zu lange dort aufhalten. Izas ersten Aufenthalt im Schloss beenden wir mal eben mit einem Sturz vom Dach… So wirkte das stellenweise auf mich. Das wirkte sich auch auf die Spannung aus, manche Passagen haben mich deutlich mehr gefesselt als andere. Es gab zwar immer so kleine Überraschungsmomente, wie beispielsweise der Sturz vom Dach, die aber im nächsten Moment sofort wieder aufgelöst wurden. Das las sich dann meistens irgendwie… lieblos klingt so hart, das war es eindeutig nicht. Auf jeden Fall wenig originell. Echo fällt dreimal aus großer Höhe, wird zweimal von den Ledermäusen aufgegriffen. Hätte da das eine Mal am Schluss nicht gereicht?

Wenn man das mal mit der Stadt der Träumenden Bücher vergleicht, als Hildegunst von Mythenmetz in eine Falle tappt und nach Unhaim rutscht… Da wirkten sich solche Zwischenfälle noch langfristiger aus. Das meinte ich mit ‘zu kurz’. Insgesamt fand ich die erste Hälfte der Erzählung etwas low. Wayne, genug gemotzt, vielleicht bietet sich der Stoff für eine Odysee à la Buchhaim auch einfach nicht an. Was ich auf jeden Fall gelungen fand, war der Plottwist, bzw. die Plottwiste, mit Fjodor F. Fjodor, dessen Sprachfehler zwar auch nicht neu war, aber lustiger als Gaunabs. Und dass der Liebestrank für Eißpin gescheitert ist, fand ich gut, ebenso wie Izas Tod. Klingt hart, is’ aber so.

Das Finale, die letzten hundert Seiten etwa, waren dann auch spannender als der Rest. Er kann anscheinend besonders gut erzählen, wenn es Schlag auf Schlag geht. Die Revolution der Schmerzkerzen (Thiii! Ich will auch ein paar haben, die fand ich so toll.) und die Weiße Witwe – Das klang schon mehr nach dem alten Moers. Besonders angetan haben es mir ja die Schreckseneichen.

To Isengard! Though Isengard
be ringed and barred with doors of stone;
Though Isengard be strong and hard,
as cold as stone and bare as bone,
We go, we go, we go to war,
to hew the stone and break the door;
For bole and bough are burning now,
the furnace roars – we go to war!
To land of gloom with tramp of doom,
with roll of drum, we come, we come;
To Isengard with doom we come!
With doom we come, with doom we come!

Chrm, falsches Buch. Aber daran musste ich gleich denken, als die Eichen vor dem Schloss standen. Hach.

Ansonsten… Die Wortwitze waren natürlich auch wieder da. Das hätte mich auch arg gestört, wenn die gefehlt hätten. Dass Gofid Letterkerl ein Anagramm für Gottfried Keller ist, hab ich gemerkt, als Seldwyla Sledwaya genannt wurde. Den Namen hatte ich noch von Romeo & Julia auf dem Dorfe im Kopf, so dass ich mich im esten Moment glatt gewundert habe, warum er den Namen nicht umgewandelt hat. Ähnlich wie bei Fjodors Sprachfehler. Die Zeichnungen waren auch wieder schön, wenn auch ein wenig rar. Aber das sind sie ja sowieso. *hust*

Der größte Pluspunkt waren natürlich die Beschreibungen von Echo. Die Szene bei der Degustation war ja mal richtig knuffig, bei der Pinkelung musste ich so lachen.

Das Buch sollte man am besten wirklich mit Katze auf dem Schoß und etwas zu essen neben sich lesen. Rocky lag die meiste Zeit zwischen meinen Beinen und ließ sich kraulen. Dazu noch ein Teller mit Schokoladenkuchen und ‘ne Dose Erdnüsse. So lässt es sich doch leben.

Beim Lesen bin ich immer zwischen 6 und 7 geschwankt, nach dem Finale bekommt Der Schrecksenmeister auf jeden Fall 7 von 10 Schmerzkerzen verliehen. Beim nächsten Mal sollte Moers vielleicht lieber wieder etwas Eigenständiges schreiben übersetzen, nachdem wir schon zweimal das Wunder der Liebe hatten. Auch wenn das Nachwort von Mythenmetz witzig war…

T. Pratchett – Feet of Clay

Veröffentlicht in Buchrezensionen am Juni 25, 2008 von nuemsche

Eigentlich wollte ich Pratchett ja nicht rezensieren. Ich kann irgendwie schlecht in Worte fassen, was mir an seinen Büchern so besonders gut gefällt. Ich versuch’s trotzdem mal…

(Ich mag die amerikanischen Ausgaben nicht. Vor allem diese Zitate vorne, hinten, auf dem Buchrücken. Interessiert das irgendjemanden? Wenn das nicht doppelt so teuer wäre, würde ich mir viel lieber die ganze Reihe in schwarz holen. Photobucket)

It’s murder in Discworld! – which ordinarily is no big deal. But what bothers Watch Commander Sir Sam Vimes is that the unusual deaths of three [Hab ich was verpasst? ] elderly Ankh-Morporkians do not bear the clean, efficient marks of the Assassins’ Guild. An apparant lack of any motives is also quite troubling. All Vimes has are some tracks of white clay and more of those bothersome „clue“ things that only serve to muck up an investigation. The anger of a fearful populace is already being dangerously channeled toward the city’s small community of golems – the mindless, absurdly industrious creatures of baked clay who can occasionally be found toiling in the citie’s factories. And certain highly placed personages are using the unrest as an excuse to resurrect a monarchy – which would be bad enough even if the „king“ they were grooming wasn’t as empty-headed as your typical pottery.

Ich war ja ernsthaft am Überlegen, ob ich mir überhaupt Feet of Clay holen sollte. Im Moment mach ich es nämlich so, dass ich immer ein Buch von meinem Stapel hier ablese und mir erst dann ein Neues kaufe. Bevorzugt aus der Wachenreihe, damit ich die abgearbeitet habe, bevor es TOD an den Kragen geht. Dementsprechend hab ich mir in den letzten Wochen zuerst Guards! Guards! und dann Men at Arms gekauft; beides Bücher, in denen es mitunter darum geht, dass Vetinari abgeschafft werden soll, damit ein neuer Herrscher die Macht übernimmt. Als ich deshalb las, dass hier schon wieder ein Anschlag auf Vetinari (Um Spoiler brauch ich mir keine Gedanken machen, oder?) verübt werden sollte, war ich ja kurz versucht, nicht doch gleich zu Night Watch zu springen. Vor allem, weil ich endlich wissen möchte, was es mit dem verdammten Flieder auf sich hat.

Gut, dass der Sammler in mir mich dazu gezwungen hat, die Reihenfolge einzuhalten. Ja, in dem Punkt gibt es einige Gemeinsamkeiten. Nein, es wird nicht langweilig. Ich weiß nicht, ob ich die beiden Vorgänger einfach nicht mehr so gut in Erinnerung habe, aber Feet of Clay gefällt mir von den Wachenromanen bislang noch am besten. Pratchett ist allgemein toll mit seinem Schreibstil, bei dem von allem etwas dabei ist, darum lese ich ihn momentan ja auch so gerne. Und hier hatte ich das Gefühl, dass von allem noch etwas mehr dabei war.

Ich hab ja schon in meiner ersten Rezension geschrieben, dass ich eigentlich kein großer Krimifan bin. Irgendwie fang ich mich bei den meisten Krimis irgendwo ab der Mitte an zu langweilen. Mag sein, dass hier die Fantasy und sein Stil das wieder größtenteils abfängt, aber gerade bei dem Buch fand ich es genial, wie die einzelnen Handlungsstränge zusammenfinden. Ich bin lange Zeit davon ausgegangen, dass die beiden Fälle wenig miteinander zu tun haben. Oder auch so die diversen Hinweise, die hier schon am Anfang des Buches auftauchten. In der Szene, in der Father Tubelcek stirbt, bin ich automatisch von einem alten Mann mit Holzbein ausgegangen. Der Fremde wirkte so… vivid. Als dann der Verdacht auf die Golems fiel, war ich am zweifeln, ob Vimes da nicht irrt.

Vimes ist sowieso super. Auch wenn ich jetzt wahrscheinlich diverse Weltbilder zerstöre, aber er ist mir sogar noch lieber als Angua und Constable Downspout. *hust* Seine Kommentare sind mitunter das Beste im ganzen Buch, finde ich. Vor allem seine Gespräche mit Vetinari.

The Patrician waved a hand towards the stairs and his office full of paper. ‘Nevertheless, Commander, I’ve had no less than nine missives from leading religious figures declaring that he is an abomination.’
‘Yes, sir. I’ve given that viewpoint a lot of thought, sir, and reached the following conclusion: arseholes to the lot of ‘em, sir.’
The Patrician’s hand covered his mouth for a moment.

Thiihi.

‘Yes, my lord?’
‘It’s the candle from the other night.’
‘It’s not burned down, my lord? But I saw the candle end in the holder . . .’
‘Oh, of course I cut off enough to make a stub and let the wick burn for a moment. I couldn’t let our gallant policeman know I’d worked it out for myself, could I? Not when he was making such an effort and having so much fun being . . .  well, being Vimes. I’m not completely heartless, you know.’
‘But, my lord, you could have sorted it out diplomatically! Instead he went around upsetting things and making a lot of people very angry and afraid-’
‘Yes. Dear me. Tsk, tsk.’

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Was ich fasziniered fand, war auch das bilinguale Wortspiel in dem Wappen von Arthur Carry. Art brought forth the candle – Ars Enixa Est Candelam – Lampe au possoins. Sowas liebe ich. Darum mag ich auch Moers gerne oder Douglas Adams. Wobei Adams, mit dem Pratchett ja oft verglichen wird, eins noch fehlt, meiner Meinung nach. Die philosophischen Inhalte.

‘Excuse Me,’ said Dorfl.
‘We’re not listening to you! You’re not even really alive!’ said a priest.
Dorfl nodded. ‘This Is Fundamentally True,’ he said.
‘See? He admits it!’
‘I Suggest You Take Me And Smash Me And Grind The Bits Into Fragments And Pound The Fragments Into Powder And Mill Them Again To The Finest Dust There Can Be, And I Believe You Will Not Find A Single Atom of Life-’
‘True! Let’s do it!’
‘However, In Order To Test This Fully, One Of You Must Volunteer To Undergo The Same Process.’
There was silence.
‘That’s not fair,’ said a priest, after a while. ‘All anyone has to do is bake up your dust again and you’ll be alive . . .’
There was more silence.
Ridcully said, ‘Is it only me, or are we on tricky theological ground here?’
There was more silence.

Hach. Und da soll Opa noch behaupten, Fantasy wäre zu anspruchslos für mich. Klar, wenn das einzige Buch aus dem Genre, das er kennt, Tintenherz ist… Nichts gegen Cornelia Funke, aber so niveauvoll schreibt sie dann doch nicht.

Tja. Wie sagte schon der/die/das Fantasy & Science Fiction :

„If Terry Pratchett is not yet an institution, he should be“

(Dafür sind die Zitate also da…)

EDIT:
Jetzt hab ich das Wichtigste glatt vergessen. Feet of Clay bekommt 9,5 von 10 Kerzen à la Carry…

C. Moore – Lamb: The Gospel According To Biff

Veröffentlicht in Buchrezensionen am Juni 22, 2008 von nuemsche

Solange sich Holland und Russland nicht entscheiden können, wer ins Halbfinale kommen möchte, kann ich mich auch noch sinnvoll beschäftigen und einen Blogeintrag schreiben. Ich krieg’s ja direkt mit, was der Kommentator im anderen Tab brabbelt. Moment, Freistoß… Daneben.

Lamb. Ehrlich gesagt hab ich von Christopher Moore noch nie etwas gehört. Fluke stammt auch von ihm, den Rest hab ich schon vergessen.  Ich kann im Moment auch schlecht nachgucken, weil ich das Buch verliehen habe. An jemanden, der es hoffentlich pfleglich behandelt. Unsere Religionslehrerin hat ein wenig spärlich geguckt, sie stand nämlich in der Pause quasi direkt daneben, als ich das Buch übergeben habe. 

Auf Englisch natürlich. Cerb hat das Buch auf Deutsch, deshalb kannte ich es zumindest namentlich, als mir meine Schwägerin (Die Frau meines Bruders ist doch meine Schwägerin, oder? Ich komm gerade etwas durcheinander…) davon erzählte und kurzerhand beschloß, mir auch eine Ausgabe (Shit, das war’s wohl für die Niederlande.) zu bestellen. (3:1… Jetzt bin aus dem Konzept, das Forum hält auf.)  Äh… Inhalt.

The birth of Jesus has been well chronicled, as have his glorious teachings, acts, and divine sacrifice after his thirtieth birthday. But no one knows about the early life of the Son of God, the missing years — except Biff.

Ever since the day when he came upon six-year-old Joshua of Nazareth resurrecting lizards in the village square, Levi bar Alphaeus, called „Biff,“ had the distinction of being the Messiah’s best bud. That’s why the angel Raziel has resurrected Biff from the dust of Jerusalem and brought him to America to write a new gospel, one that tells the real, untold story. Meanwhile, Raziel will order pizza, watch the WWF on TV, and aspire to become Spider-Man.

Verily, the story Biff has to tell is a miraculous one, filled with remarkable journeys, magic, healings, kung-fu, corpse reanimations, demons, and hot babes — whose considerable charms fall to Biff to sample, since Josh is forbidden the pleasures of the flesh. (There are worse things than having a best friend who is chaste and a chick magnet!) And, of course, there is danger at every turn, since a young man struggling to understand his godhood, who is incapable of violence or telling anything less than the truth, is certain to piss some people off. Luckily Biff is a whiz at lying and cheating — which helps get his divine pal and him out of more than one jam. And while Josh’s great deeds and mission of peace will ultimately change the world, Biff is no slouch himself, blessing humanity with enduring contributions of his own, like sarcasm and café latte. Even the considerable wiles and devotion of the Savior’s pal may not be enough to divert Joshua from his tragic destiny. But there’s no one who loves Josh more — except maybe „Maggie,“ Mary of Magdala — and Biff isn’t about to let his extraordinary pal suffer and ascend without a fight.

Ich weiß nicht, wie bibelfest man sein muss, um das Buch wirklich witzig zu finden. Ich konnte mit vielen Anspielungen etwas anfangen, aber ich bin ja auch geprägt.

„Did you know that — about not being able to build on sand?“ Joshua asked.
„Of course, my father’s been talking about it for a long time. You can build on sand, but what you build will fall down.“
Joshua nodded thoughtfully. „What about soil? Dirt? Is it okay to build on that?“
„Rock is best, but I suppose hard dirt is good.“
„I need to remember that.“

Es gibt natürlich auch andere Stellen, die man auch verstehen kann, wenn man von Religion weitestgehend verschont geblieben ist.  Zum Beispiel die Stelle mit den Klageweibern. Der eigentliche Grund, warum das Volk Israel Moses jahrelang durch die Wüste gefolgt ist, war folgender: Normalerweise gab man nach 30 Jahren damals den Löffel ab. In den seltensten Fällen wurden die Leute auch 50. In dem Alter warfen einem die Klageweiber dann schon anklagende Blicke zu, weil sie sich um ihren Beruf gebracht fühlten. Als Moses loszog, um das Gelobte Land zu finden, wollten die Leute einfach wissen, wie lange er noch durchhält. They were probably betting.

Das Buch ist übrigens nicht nur über die fehlenden 30 Jahre, sondern auch über die Zeit danach bis zur Kreuzigung. Und es ist toll. Anfangs fand ich den Schreibstil ja trotz Fremdsprache, glaube ich, manchmal etwas simpel, aber spätestens ab der Rückkehr nach Judäa wurde es doch deutlich spannender.  Die letzten 200 Seiten finde ich noch am besten. Dort wird nämlich quasi das, was auch schon aus der Bibel bekannt war, neu nacherzählt. Wobei sich selbstverständlich herausstellt, dass die Evangelisten vieles später ganz falsch verstanden haben. Stümper. Glaubt beispielsweise ja nicht, der Messias wäre stets friedliebend gewesen. Poor ole Biff wurde mehr als einmal von ihm niedergeschlagen.

Beeindruckend fand ich auch das Ende, also die Kreuzigung. Ich kann mich noch entsinnen, dass ich ein paar Tage vorher Die Passion Christi gesehen hatte und den ungefähren Ablauf noch ganz gut in Erinnerung hatte. Als Josh, seine Jünger, Biff und Maggie nach Jerusalem kommen und Josh mal wieder in sämtliche zur Verfügung stehenden Fettnäpfchen tritt, sieht es im Buch bis zur letzten Sekunde noch so aus, als könnte Biff seinen Freund retten. Ich war mir ziemlich sicher, dass Moore gleich vom Original abweicht. Es hätte sogar gepasst, Josh wäre untergetaucht und dann wieder „auferstanden“. Stattdessen muss dieser… Gnah. Vor allem Biffs Reaktion. Wobei ich den letzten Abschnitt mit Maggie wieder irgendwie knuffig finde, der gleicht das wieder aus. (Merkt man, dass ich gerne mehr vom Inhalt erzählen würde? )

Ach ja, Maggie.  Joshs und Biffs große Liebe. Zu blöd, dass Josh als Messias keine Frau haben darf, Maggie ihn aber Biff gegenüber bevorzugen würde. Auf jeden Fall fand ich die Liebesgeschichte mal deutlich glaubwürdiger als in vielen anderen Büchern (Gibt es hier denn keien Spoilertags? Ich kann so nicht arbeiten! :vianne: ) Ich kann es nämlich absolut nicht leiden, wenn sich die Hauptpersonen auf einen Schlag ineinader verlieben. Nee, das finde ich irgendwie unoriginell. Manchmal funktioniert’s, siehe Rumo, oft nicht.

Öhm. Ja. Auf jeden Fall sehr empfehlenswert. Bei Amazon hat das Buch fast 5 Sterne bekommen, ich verleihe ihm 8 von 10 Lektionen bei Kashmir. :insider:

Was? Bilder? Ach ja…

Nicht schön, aber selten. Nachdem ich mich gerade auf einer Website mit Zitaten aus Lamb festgelesen habe, wollte ich mich etwas beeilen. Auch wenn jetzt eh keiner mehr im Forum sein wird.

W. Moers – Rumo & Die Wunder im Dunkeln

Veröffentlicht in Buchrezensionen am Juni 14, 2008 von nuemsche

So, hier kommt Buchrezension Numero 2, dieses Mal kein Historienroman, sondern das, was ich am meisten lese: Fantasy. Eigentlich hab ich Walter Moers ja lange Zeit gemieden, weil ich ihn eher für einen Kinderbuchautoren gehalten habe. Ich Unwissender! Gut, ich kannte bis vor „kurzem“ auch nur Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär und die auch nur namentlich. Bis ich dann irgendwann auf Adolf gestoßen bin.

Tja. Und jetzt hab ich innerhalb von zwei Monaten zuerst Die Stadt der Träumenden Bücher und dann Rumo gelesen.

Thii. Wobei ich sagen muss, dass Die Stadt der Träumenden Bücher mir minimal besser gefallen hat. Da war die Geschichte noch etwas geradliniger, während bei Rumo ja eher einige Stationen seines Lebens abgeklappert werden. Und Rumo hat natürlich den Nachteil, nicht über Bücher zu handeln. Trotzdem hat es mir gut gefallen. Darum kriegt es ja auch einen eigenen Blogeintrag, ne?

Eines Morgens wittert der kleine Rumo, der wie jeder Wolpertinger bei geschlossenen Augen mit der Nase sehen kann, den silbernen Faden, der das Glück verheißt. Doch bis dahin gilt es unvorstellbaren Gefahren zu trotzen: Rumo kämpft gegen bestialische Zyklopen, befreit seinen Lehrmeister Smeik von der Teufelsinsel, schlägt sich mit tumben Blutschinken, begegnet einem genialen Schüler von Professor Dr. Abdul Nachtigaller und gelangt schließlich in das idyllische Wolperting, wo er schließlich den Ursprung des silbernen Fadens findet …

Rumo – der Wolpertinger aus Walter Moers’ Bestseller »Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär« – macht sich selbständig und geht seinen Weg: Wie er kämpfen und lieben lernt, Feinde besiegt, Freunde gewinnt und das Böse kennenlernt und wie er schließlich auszieht, um das größte Abenteuer seines Lebens zu bestehen, davon erzählt das bislang spannendste, ergreifendste und komischste Werk von Walter Moers.

»Es gibt Wunder, die müssen im Dunkeln geschehen.« Professor Doktor Abdul Nachtigaller

Was ich an den Zamonienromanen, zumindest den beiden, die ich momentan kenne, immer noch am besten finde, ist die Gestaltung der Seiten. Dass Löwenzahn und Grinzold, Rumos schizophrenes Schwert, eine eigene Schriftart haben, dass Geflüstertes kleiner und Gebrülltes groß geschrieben wird, dass der Rahmen der Geschichte das Schubladenorakel bildet, das dann in der Geschichte selbst nochmal auftaucht und natürlich die ganzen Zeichnungen mitten im Buch – Allein dadurch ist das Buch schon lesenswert, finde ich. Abgesehen davon ist Moers’ Schreibstil natürlich auch toll. Die ganzen Anspielungen und Wortspiele wie zum Beispiel Fort Una, die Stadt des Glücksspiels, oder Yggdra Sil im Nurnenwald. Schön fand ich auch die Verweise auf seine anderen Romane, wenn Doktor Kolibril vorm Schlafen zur Entspannung etwas von Hildegard von Mythenmetz liest etc. Lustig war es also auf alle Fälle und spannend fand ich es auch. Während der erste Teil ja noch recht knuffig war, hatte ich im zweiten Teil, in Untenwelt, manchmal leichte Probleme mit dem Lesen aufzuhören. Gerade ab da, wo Rumo versucht, die anderen Wolpertinger aus Hel zu befreien, musste ich immer notgedrungen bis zum Ende des, teilweise recht langen, Kapitels lesen, bevor ich das Buch zuklappen konnte. Das passiert mir auch eher selten.

Meine Lieblingsfigur war übrigens nicht Rumo, der zwar einerseits herrlich ignorant sein konnte, mir aber auch stellenweise zu weltfremd war, sondern Storr der Schnitter und seine Untoten Yetis. Als ich zum ersten Mal das Bild von ihm gesehen habe (ganz links auf dem Cover oben) fühlte ich mich unweigerlich an TOD erinnert. Wenn ich zitieren dürfte:

„Du hast gesagt, du bringst uns in ein Theater“, grunzte Storr der Schnitter, der zusammen mit Ribesehl und dem Bürgermeister von Wolperting die kleine Armee anführte. „Und jetzt waten wir durch eine Kloake.“ „‘Kommt, wir gehen nach Hel!’ hat Storr gesagt“, rief einer der Yetis hinter ihnen. „Wieder mal eine von deinen tollen Ideen!“ Die übrigen Yetis lachten dreckig. „Sie meinen es nicht so“, brummte Storr. „In Wirklichkeit ist es für sie ein Mordsspaß.“

… und …

Storr der Schnitter stürzte sich wieder in die Schlacht. Er stieß einem der Kupfernen Kerle den stählernen Stiel seiner Sense vor die Brust, so kraftvoll, dass der rückwärts über die Brüstung ins Theater stürzte. „Kämpft, Männer! Kämpft!“ brüllte er. „Halt die Klappe, Storr!“ rief einer von ihnen zurück. „Was denkst du denn, was wir hier machen?“

Chrchrchr…

Und natürlich musste er sterben. Wie nahezu jeder zwiespältige Charakter, den ich mag.

Das einzige, was mich etwas gestört hat, war Gaunabs Sprachfehler. Auch wenn er sonst mit seiner kindisch-blöden Art herrlich wahnsinnig und unsympathisch wirkte, war mir das doch zu strukturiert; dafür, dass er angeblich die Silben ständig menkomvoll deraneindurch bringt. Gut, wären die komplett gewürfelt gewesen, hätte Friftar wahrscheinlich noch mehr zu übersetzen gehabt. Aber das sind Kleinigkeiten. Bei der Beziehung zwischen Rala und Rumo dachte ich ja zwischenzeitlich auch, dass es Moers sich doch etwas zu einfach macht, wenn er ganz lapidar sagt, sie hätte sich ebenfalls auf den ersten Blick in ihn verliebt. Aber das wird dann ja später durch Rumos Ungeschick zum Glück wieder kompensiert. Ein Kinderbuch ist es auf jeden Fall nicht, dafür sind einige Passagen ja doch etwas brutal. Was ich aber in Ordnung fand.

Insgesamt würde ich sagen, ein sehr empfehlenswertes Buch, dem ich 8 von 10 Fallenstädte vergebe. Ich denke, als nächstes werde ich mich zuerst Käpt’n Blaubär und dann dem Schrecksenmeister zuwenden. Oh, und ich muss mir auf alle Fälle Die Stadt der Träumenden Bücher und Rumo noch selber zulegen, die waren ja bisher nur ausgeliehen.

EDIT: Yay!

E. Noske – Der Bastard von Berg

Veröffentlicht in Buchrezensionen am Mai 14, 2008 von nuemsche

Jetzt, wo ich schon mal einen Blog habe, dachte ich mir, kann ich ihn auch nutzen, um hier über das ein oder andere Buch zu referieren, das mir besonders gefallen hat. Anstoß dazu war dasjenige, das ich heute ausgelesen habe: Der Bastard von Berg.

Zum Inhalt kopier ich einfach mal ganz dreist die Beschreibung von www.krimi-couch.de…

Engelbert II., Graf von Berg, und als Engelbert I. gleichzeitig Erzbischof von Köln und Vormund von Kaiser Friedrichs Sohn Heinrich, gilt im Jahr 1225 als mächtigster Mann nördlich der Alpen. Dieser wird in das Kloster Dünnwald gerufen, wo Schwester Maria im Sterben liegt. Beide hatten, bevor sie sich für ein kirchliches Leben entschieden, eine kurze Liaison vor mittlerweile 17 Jahren. Unmittelbar vor ihrem Tod eröffnet Maria Engelbert, dass sie einen gemeinsamen Sohn haben, den sie im Alter von zwei Jahren in die Obhut eines Müllers gegeben hat. Engelbert begibt sich sogleich zu der Mühle, um den jungen Martin als seinen Knappen bei sich aufzunehmen. Da Engelbert zahlreiche Feinde hat, gibt er Martin als den Sohn eines seiner Männer aus. Kurz nach Martins Ankunft auf Schloß Burg, seinem neuen Zuhause, wird er unfreiwillig Zeuge eines Gespräches zwischen Heinrich von Limburg, dem Hausherren von Schloss Burg, und Dietrich, Graf von Kleve, in dem es um die Beseitigung Engelberts geht. Dieser ist den beiden ein Dorn im Auge, da er ihre Erbansprüche missachtet. Während Engelbert von all dem nichts wissen will, findet Martin heraus, dass der Kreis der Verschwörer noch viel größer ist als erwartet. Zu ihnen gehört auch der Neffe Engelberts, in dem Martin den Mörder des Müllers erkennt …

Mein erster Gedanke, als ich das Buch durch hatte, war: „Wow!“. Ich bin ja eigentlich kein begeisterter Krimifan, aber das Buch hat mich doch gefesselt. Vielleicht, weil ich Schloss Burg gut kenne und auch mit vielen der dort genannten Städte und Dörfer etwas anfangen konnte oder weil es kein normaler Krimi, sondern ein Mittelalter-Krimi ist. Die Mischung macht’s wahrscheinlich… Aber auch sonst fand ich die Geschichte gut geschrieben. Da war zum einen der Stil, der mir sehr gefallen hat. Neben dem eigentlichen Handlungsstrang gab es noch einen anderen in Rom spielenden, der in regelmäßigen Abständen einsetzte, wenn es gerade am spannendsten war. Die Lösung fand ich recht geschickt, zum Glück wurde der Leser nicht allzu lange auf die Folter gespannt. Überhaupt war einem zwischendurch nie langweilig, die Geschichte ließ sich gut und flüssig lesen, was auch unter anderem an Noskes Humor liegen mag, der immer wieder mal durchschimmerte und einen durchaus zum Lachen bringen konnte. Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Liebesgeschichte zwischen Martin und Johanna (*hust* Sweeney Todd *hust*), die Gott sei Dank nicht in irgendeiner Weise kitschig geworden ist. Im Nachhinein würde ich glatt sagen, dass sie durchaus ihre Daseinsberechtigung hatte mit ihren kleinen Verschnaufpausen in der Handlung. Der einzige Kritikpunkt hier ist die Tatsache, dass mir das alles etwas schnell ging, vom ersten Treffen bis zu dem Zeitpunkt, wo sie wirklich zusammenkommen. Kann sein, dass mir das aber auch nur so vorkommt, weil ich das Buch sehr zügig durchgelesen habe. Ansonsten baute alles gut aufeinander auf und schien recht plausibel und gut durchdacht.

Das Ende war dann auch eindeutig der Höhepunkt der Geschichte. Gibt es hier eigentlich irgendwo Spoiler-Tags? Hm. Da gab es nämlich noch den ein oder anderen Plot twist, den ich so nicht vermutet hätte. Auch wie sich die beiden Handlungsstränge am Ende zusammenfügen, fand ich sehr geschickt gelöst, obwohl ich mir das so in der Art schon gedacht hatte. Aber eben nur so in der Art. Selbst das Happy End war nicht schlecht, nachdem im Laufe der Geschichte schon genügend Charaktere, die einem irgendwie doch ans Herz gewachsen waren, das Zeitliche gesegnet hatte. Photobucket

Was ich mich allerdings immer noch frage, ist ob der Genitiv von Jesus wirklich Jesus sein kann, oder ob das nicht Jesu heißen muss

Alles in allem vergebe ich 9 von 10 Dolchen. Mir fällt gerade auf, dass ich auch einfach die Beschreibung auf der Rückseite hätte abtippen können:

Ein historicher Roman von Format: ein liebenswerter Held, sprachliche Brillanz, Hochspannung, eine Liebesgeschichte und eine gehörige Portion Humor.

Wer mag, dem kann ich das Buch auch gerne ausleihen, solange ich es dann nicht so ramponiert zurückbekomme wie Reaper Man neulich. (Zumal es nach dem ersten Mal durchlesen keinen einzigen Knick hinten auf dem Buchrücken hat, wie es bei manchen Büchern ja schnell der Fall ist. Daran, dass die Geschichte zu langweilig gewesen wäre, kann es nicht liegen…) Es lohnt sich auf jeden Fall, das Buch mal zu lesen. Obwohl es ein Krimi ist. ;)