19. Juli – Disbeliever!

So, hier kommt der erste Blogeintrag zu meinem Aufenthalt in Iserlohn. Ich fang mal nicht direkt am Anfang an, sondern pick mir gleich ein größeres Ereignis raus. Die meisten Bilder, die ich gemacht habe, zeigen eh nur Nahaufnahmen von Blumen.  Wahlweise mit oder ohne Insekten… 

Also – Die Loveparade. Ja, ich war da. Klingt komisch, is’ aber so. Mein Bruder wollte unbedingt dorthin, schließlich „muss“ man sich das ja mal angucken, wenn so eine große Veranstaltung schon aus Berlin, der Hauptstadt, bis fast vor die eigene Haustür gezogen kommt. Und da er großer AC/DC-Fan ist und auch viel Rock hört und ein Kumpel von ihm, der ebenfalls mitgekommen ist, sogar auf Death Metal steht, dachte ich mir, bin ich auch in guter Gesellschaft. Alex, mein Bruder, meinte eigentlich vorher schon zu mir, dass zumindest die Menschenmassen mit Sicherheit interessant wären, wenn schon die Musik wahrscheinlich nichts für mich wäre. So hab ich mich also überreden lassen, mitzukommen.

Das ist Franky, Alex’ Kumpel. Und die Mayersche!

Die aber leider zu hatte. Apropos: Auch wenn an dem Tag die Straßen voller Müll und Schlamm waren, aber so hässlich finde ich Dortmund gar nicht. Gut, der Hauptbahnhof ist nicht der Schönste, aber die Innenstadt finde ich gar nicht so übel. Dortmund hat immerhin eine. Alex konnte auch nicht verstehen, warum Dortmund gerade diesen Ruf hätte, als ich ihm davon erzählte. Er meinte, es gäbe im Ruhrgebiet Städte, die wären durchweg noch hässlicher. Fällt mir nur gerade so ein, wenn ich das Foto da oben sehe. Der Weg zur Loveparade war ja auch ganz lustig, ebenso wie die Zugfahrt, die über eine Stunde gedauert hat. Das hat sogar noch Spaß gemacht.

Das Wetter war übrigens in Ordnung…

Ein kurzer Nieselregen () und „Schwupps“ waren die Straßen alle leer. Weicheier, diese Raver. Da fand ich das Wetter bei der UT-Rallye unangenehmer.

Ich hab übrigens großen Wert darauf gelegt, ganz in Schwarz zu erscheinen. Schwarze Turnschuhe, schwarze Jeans, schwarzes Longsleeve. Mit Darkseed. Num musste mal wieder aus der Reihe tanzen.

Ist das nicht ein unheimlich sympathisches Lächeln? Meinerseits, wohlgemerkt. Wenn man jetzt noch von den klitschnassen Haaren absieht. Trotzdem wurde ich nur einmal dumm angemacht, weil ich nicht mitzucken mittanzen wollte. Zucken ja, aber nicht so.

Und sowas nennt sich Loveparade. Ich freu mich schon auf das Stemweder Open Air. Mit Musik nach meinem Geschmack und anderen Leuten. Die zwar nicht weniger bekifft sind, aber was soll’s.

Walk and smile cause you are not a dancer
Like those who dance to sounds of coins and gold.
Not your world – primitive and rude…
[...] Burning spirits rising high and I see,
Yes I see, yes I see a flower in you.
When I stare at you I see the dullness gone by,
I am not alone!

Darkseed – Ultimate Darkness

„Ich bin ein Rocker, holt mich hier raus.“, so nach dem Motto. Das Lächeln-und-Winken-Prinzip hat hier leider nichts geholfen… *hust*

Two rushing shades meeting face to face,
Dull procedures come and go every day.
A thousand tricks and one thousand smiles, but
Life is not profound.
[...] Another night and even more days to come
And I’ve to look into mortal faces.
It’s just an act of regret and farewell -
We are nothing!
[...] I look at you and wonder:
Is it me whom I see?
I am one of those mortals too,
I’m lost as well as you.
Where is my sympathy?
I’m not one of those
Who’re loving life, loving life eternally.

Darkseed – Next To Nothing

Nach nur knapp einer Stunde in dem Höllenlärm da kam das, was kommen musste: Ich bin mal eben aus der Masse raus, um ein Dixie zu suchen. Als ich wieder kam waren Alex und Frankie weg. Tja. Ich hab die beiden dann natürlich noch gesucht, was aber angesichts der vielen Verrückten etwas schwierig war und bin dann irgendwann gegen 6 Uhr geflohen. Richtung Innenstadt, der schönen Innenstadt mit der Mayerschen, die aber leider zu hatte. Zum Glück gab es am Bahnhof noch eine Bücherei, die Ritus und Sanctum in einer Ausgabe mit mir unbekanntem Bonusmaterial hatte. Großartig umsehen konnte ich mich dann leider nicht mehr, weil auf einmal überall Polizeisperren errichtet worden waren und es von Menschen nur so wimmelte. Argh! 1,6 Millionen. Das sind mehr als tausendmal so viele Menschen als in ganze Preußisch Oldendorf wohnen. Ich war kurz davor, bei dem ganzen Gewusel und dem Lärm die Krise zu kriegen.

Nach zwei Stunden kam mir dann der Gedankenblitz: „Hey, du hast doch in einer der vielen Taschen das Familienhandy!“ Dooferweise war die Handynummer von Alex, die ich noch hatte, veraltet. Zum Glück fiel mir dann schließlich noch die Vorwahl für Iserlohn ein, so dass Alex über Umwege wusste, wo ich war. Von da an hieß es halt warten. Um 7 hatte ich gesehen, wie der letze Zug gefahren war, nachdem er fast eine Stunde auf dem Bahnsteig gestanden hatte. Abgesehen davon, dass der Bahnhof eh schon heillos überfüllt war, kriegte die Bahn es also mal wieder nicht geregelt, sich an den Fahrplan zu halten. (:mittelfinger:, so to say) Kurz nach Mitternacht kam dann endlich wieder ein Zug nach Hagen, ihr könnt euch vorstellen, was das für ein Andrang war, wenn pro Gleis geschätzte 1000 Leute dorthin wollten. 4 Gleise, 1 Zug. Wir haben’s trotzdem geschafft, weil der Zug genau auf unserer Seite stehen blieb.

Nee, danke. Sowas brauche ich nicht noch mal. Immerhin bin ich jetzt um eine Erfahrung reicher. Ich weiss jetzt, dass ich mit Metal und Soundtracks gut bedient bin. Techno ist nichts für mich. Man kann es im Gegensatz zu diesem „Gangster-Rap“, der manchmal morgens im Bus erschallt, ertragen, wenn man die Ohren auf Durchzug schaltet, aber ich bezweifel stark, dass es jemals die gleiche Klasse wie Darkseed erreichen wird. Zumindet für mich, aber sowas ist halt Geschmackssache. Ich brauch einfach ein paar E-Gitarren und eine etwas raue Stimme, die auch etwas zu sagen hat. Das macht Metal für mich aus, wobei ich gerade letzteres wichtig finde. Oder eben schöne Soundtracks. Kein Techno, kein Hip-Hop, bei dem sich der IQ im negativen Zahlenbereich befindet und auch keine halbnackten Mädels in ihren Musikvideos, die Pop-Lieder trällern. Da komm ich besser mit dem Gothic-Image klar.  *übertreib*

Poison in the veins of gracious earth,
Creeping mean disease, a bleeding flow.
[...] Loud horns trumpet the end,
Sounds of perverted disharmony.
We are the tyrants within,
This is my burden to carry.

Darkseed – My Burden

Bei MySpace gibt es übrigens einige tolle Lieder von Darkseed, darunter Sleep Sleep Sweetheart und Save Me. I Deny You ist auch nett. Journey To The Spirit World ist etwas ruhiger. Aww, und Stefan Hertrich, der Sänger bei Darkseed, hat ein neues Album von einem seiner Nebenprojekte herausgebracht. Shiva In Exile, sogenannter Ethno-Metal. Klingt etwas seltsam, ist aber gar nicht so schlecht. Der Mann ist toll. Ich bin dann mal weg…

4 Antworten zu “19. Juli – Disbeliever!”

  1. Nicht nur die Mayersche, auch noch die Jesus-Rettet-Frau! :grin:

    Sach mal, Num, die Bahn kann nicht mal eben so 1,6 Millionen Menschen nach Hause fahren, von denen die Hälfte dann noch auf den Gleisen rumturnt. Das geht nicht. Ich hab mich beim Fernsehen schon darüber aufgeregt, dass alle die Bahn gerade deshalb fertigmachen. Es gibt doch genug andere Gründe. *fuchtel*

  2. nuemsche Sagt:

    Das ist klar. Allerdings waren einige der Züge eingefahren und direkt wieder leer weggefahren. Laut dem Schaffner, den wir gefragt haben, wuren die Gleise auch schon relativ früh geräumt. Das ist so mein Kenntnisstand. *schulterzuck*
    Und überhaupt, es war kalt und bäh. Da darf ich auch mal subjektiv werden. Es war ja nur ein Quasi-Mittelfinger. ;)

  3. Tsk. Du hättest ja vorbeikommen können. :p

  4. nuemsche Sagt:

    Hätte ich auch gemacht, wenn ich Alex nicht wiedergefunden hätte. *smirk*

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