E. Noske – Der Bastard von Berg

Jetzt, wo ich schon mal einen Blog habe, dachte ich mir, kann ich ihn auch nutzen, um hier über das ein oder andere Buch zu referieren, das mir besonders gefallen hat. Anstoß dazu war dasjenige, das ich heute ausgelesen habe: Der Bastard von Berg.

Zum Inhalt kopier ich einfach mal ganz dreist die Beschreibung von www.krimi-couch.de…

Engelbert II., Graf von Berg, und als Engelbert I. gleichzeitig Erzbischof von Köln und Vormund von Kaiser Friedrichs Sohn Heinrich, gilt im Jahr 1225 als mächtigster Mann nördlich der Alpen. Dieser wird in das Kloster Dünnwald gerufen, wo Schwester Maria im Sterben liegt. Beide hatten, bevor sie sich für ein kirchliches Leben entschieden, eine kurze Liaison vor mittlerweile 17 Jahren. Unmittelbar vor ihrem Tod eröffnet Maria Engelbert, dass sie einen gemeinsamen Sohn haben, den sie im Alter von zwei Jahren in die Obhut eines Müllers gegeben hat. Engelbert begibt sich sogleich zu der Mühle, um den jungen Martin als seinen Knappen bei sich aufzunehmen. Da Engelbert zahlreiche Feinde hat, gibt er Martin als den Sohn eines seiner Männer aus. Kurz nach Martins Ankunft auf Schloß Burg, seinem neuen Zuhause, wird er unfreiwillig Zeuge eines Gespräches zwischen Heinrich von Limburg, dem Hausherren von Schloss Burg, und Dietrich, Graf von Kleve, in dem es um die Beseitigung Engelberts geht. Dieser ist den beiden ein Dorn im Auge, da er ihre Erbansprüche missachtet. Während Engelbert von all dem nichts wissen will, findet Martin heraus, dass der Kreis der Verschwörer noch viel größer ist als erwartet. Zu ihnen gehört auch der Neffe Engelberts, in dem Martin den Mörder des Müllers erkennt …

Mein erster Gedanke, als ich das Buch durch hatte, war: “Wow!”. Ich bin ja eigentlich kein begeisterter Krimifan, aber das Buch hat mich doch gefesselt. Vielleicht, weil ich Schloss Burg gut kenne und auch mit vielen der dort genannten Städte und Dörfer etwas anfangen konnte oder weil es kein normaler Krimi, sondern ein Mittelalter-Krimi ist. Die Mischung macht’s wahrscheinlich… Aber auch sonst fand ich die Geschichte gut geschrieben. Da war zum einen der Stil, der mir sehr gefallen hat. Neben dem eigentlichen Handlungsstrang gab es noch einen anderen in Rom spielenden, der in regelmäßigen Abständen einsetzte, wenn es gerade am spannendsten war. Die Lösung fand ich recht geschickt, zum Glück wurde der Leser nicht allzu lange auf die Folter gespannt. Überhaupt war einem zwischendurch nie langweilig, die Geschichte ließ sich gut und flüssig lesen, was auch unter anderem an Noskes Humor liegen mag, der immer wieder mal durchschimmerte und einen durchaus zum Lachen bringen konnte. Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Liebesgeschichte zwischen Martin und Johanna (*hust* Sweeney Todd *hust*), die Gott sei Dank nicht in irgendeiner Weise kitschig geworden ist. Im Nachhinein würde ich glatt sagen, dass sie durchaus ihre Daseinsberechtigung hatte mit ihren kleinen Verschnaufpausen in der Handlung. Der einzige Kritikpunkt hier ist die Tatsache, dass mir das alles etwas schnell ging, vom ersten Treffen bis zu dem Zeitpunkt, wo sie wirklich zusammenkommen. Kann sein, dass mir das aber auch nur so vorkommt, weil ich das Buch sehr zügig durchgelesen habe. Ansonsten baute alles gut aufeinander auf und schien recht plausibel und gut durchdacht.

Das Ende war dann auch eindeutig der Höhepunkt der Geschichte. Gibt es hier eigentlich irgendwo Spoiler-Tags? Hm. Da gab es nämlich noch den ein oder anderen Plot twist, den ich so nicht vermutet hätte. Auch wie sich die beiden Handlungsstränge am Ende zusammenfügen, fand ich sehr geschickt gelöst, obwohl ich mir das so in der Art schon gedacht hatte. Aber eben nur so in der Art. Selbst das Happy End war nicht schlecht, nachdem im Laufe der Geschichte schon genügend Charaktere, die einem irgendwie doch ans Herz gewachsen waren, das Zeitliche gesegnet hatte. Photobucket

Was ich mich allerdings immer noch frage, ist ob der Genitiv von Jesus wirklich Jesus sein kann, oder ob das nicht Jesu heißen muss

Alles in allem vergebe ich 9 von 10 Dolchen. Mir fällt gerade auf, dass ich auch einfach die Beschreibung auf der Rückseite hätte abtippen können:

Ein historicher Roman von Format: ein liebenswerter Held, sprachliche Brillanz, Hochspannung, eine Liebesgeschichte und eine gehörige Portion Humor.

Wer mag, dem kann ich das Buch auch gerne ausleihen, solange ich es dann nicht so ramponiert zurückbekomme wie Reaper Man neulich. (Zumal es nach dem ersten Mal durchlesen keinen einzigen Knick hinten auf dem Buchrücken hat, wie es bei manchen Büchern ja schnell der Fall ist. Daran, dass die Geschichte zu langweilig gewesen wäre, kann es nicht liegen…) Es lohnt sich auf jeden Fall, das Buch mal zu lesen. Obwohl es ein Krimi ist. ;)

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